Fachleute sprechen vom sogenannten „Bemessungshochwasser“, das sich aus ökonomischen und hydrologischen Faktoren der letzten hundert Jahre ergibt. Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Haus gegen die Wassermassen abzusichern. Dazu gehört das Verschließen möglicher Eintrittspfade wie Kellerfenster, Leitungsschächte oder Kanalisationsöffnungen z.B. durch Rückstauklappen. Außerdem können die Eigentümer mit der Abdichtung des Bodens und der Wände vorsorgen. Dafür gibt es bewährte „Wannen-Konstruktionen“.

Ist ein Wassereintritt nicht zu vermeiden, kann man die Schäden durch folgende Vorsorgemaßnahmen gering halten:

  • Keine Wertgegenstände im Keller aufbewahren geschweige denn dort Büros, Werkstätten, Wohn- oder Haushaltsräume einrichten. 
  • Keine sensiblen technischen Gebäudeausstattungen wie Heizungs-, Lüftungs-, Elektro- oder Klimaanlagen im Keller installieren.
  • Gasheizungen sind gegenüber Ölheizungen vorzuziehen.
  • Keine Chemikalien, Lösungsmittel, Heizöle, Treibstoffe und  Arzneimittel im Keller deponieren. 

Im Extremfall sollte der Keller planmäßig geflutet werden, um dauerhafte (Auftriebs-)Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden und die Standsicherheit zu gewährleisten. Hier ist Trinkwasser vorzuziehen, damit die betroffenen Räume nicht zu stark verschmutzt oder sogar durch Schadstoffe belastet werden.  

Tipps zur entsprechenden Absicherung von Gebäuden bei Hochwasser sowie Maßnahmen nach dem Hochwasser gibt die Richtlinie VDI 6004 Blatt 1 "Schutz der Technischen Gebäudeausrüstung – Hochwasser – Gebäude, Anlagen, Einrichtungen". Herausgeber dieser Richtlinie ist die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik. Die Richtlinie ist in deutsch/englischer Fassung beim Beuth Verlag in Berlin (www.beuth.de ) erhältlich und kostet 122,70 €.

Die Richtlinie VDI 6004 Blatt 1 gibt darüber hinaus auch Hilfestellung für die Zeit nach einem Hochwasser, z.B. welche Maßnahmen helfen die Technische Gebäudeausrüstung zu schützen und RLT-Anlagen und Trinkwasserinstallationen wieder hygienegerecht zu betreiben. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag im Blog.

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